Neu ist nur die Freiheit

Mit den Menschen ändert sich auch ihre Art des Zusammenlebens. Das ist innovativ, allerdings nicht wirklich neu.

Die Welt ist im Wandel – und zwar schon immer. Manchem mag es zwar so scheinen, als wäre früher alles geordnet und geregelt gewesen, aber: Innovation in allen Lebensbereichen ist die eine Konstante, auf die man sich immer verlassen kann. Die vor nichts halt macht, auch nicht vor scheinbar feststehenden Fakten. Und schon gar nicht vor der Liebe – oder besser gesagt: vor Beziehungen.
Es wird viel von der Beziehungsunfähigkeit der Millennials geschrieben, aber das wird der Realität kaum gerecht. Menschen werden sich immer verbinden, nur tun sie das heute in größerer Vielfalt als früher.
Nicht nur in hippen Großstädten (Ja, Berlin, ich schaue dich an), natürlich auch in Franken finden sich verschiedene Arten, wie Menschen ihr Leben, ihre Beziehungen, organisieren. Da gibt es die klassische Zweierbeziehung neben offenen Beziehungen oder die Verbindung mehrerer Menschen in einem polyamoren Beziehungsgeflecht. Beziehungsanarchisten leben ihre Liebe in Ablehnung fester, vorgestanzter Formen und machen sich ihre Beziehungswelt, wie sie ihnen gefällt.
Gesellschaftlich ist das innovativ, wirklich neu ist es natürlich nicht: Ebenso wie Homo- oder Bisexualität, diverse Geschlechtsidentitäten und was sich im queeren Spektrum noch alles findet, gab es auch schon immer Menschen, die abseits der Monogamie gelebt haben. Der Unterschied heute ist nur, dass wir das immer offener leben dürfen, anstatt uns vor drohenden Strafen und Stigmatisierung fürchten zu müssen. Und eben weil das alles schon immer da war, können doch eigentlich alle ganz entspannt durchatmen.