Wiesn-Playmate und Miss Oktober 2017. Und seit dieser Woche auch noch Playmate des Jahres 2018. Patrizia Dinkel aus Schwabthal bei Bad Staffelstein hat es geschafft. Vergangenen Herbst hat die 21-Jährige im deutschen Playboy die Hüllen fallen lassen. Für den einen unvorstellbar und vielleicht sogar obszön, für den anderen ein bewundernswerter und mutiger Schritt. LANDmadla hat die taffe Oberfränkin Ende letzten Jahres verraten, wie ihre Eltern und ihr Freund dazu stehen und was Kritiker sagen.

Patrizia, du machst gerade eine Ausbildung zur Köchin bei Feinkost Käfer in München. Wie bist du zum Playboy gekommen?

Den Traum, Playmate zu sein, habe ich schon länger. Als ich 16 Jahre war, hat mal ein Shooting mit einem Playmate bei meinen Eltern im Hotel in Bad Staffelstein stattgefunden. Ich fand die Frau damals so hübsch. Ab diesem Zeitpunkt habe ich dann angefangen, die Playboy-Seite zu liken und Playmates auf Social Media zu folgen. Für mich war das immer etwas Besonderes. Mit 18 wollte ich mich bewerben, habe mich dann aber erst mal nicht getraut – bis ich nach München gezogen bin, wo das Wiesn-Playmate gesucht wurde. Durch meine Arbeit bei Käfer, der ja auch immer mit einem Zelt auf der Wiesn vertreten ist, habe ich dann schnell einen Bezug zur Wiesn aufgebaut und mich schließlich gezielt für das Wiesn-Playmate beworben. Es ist verspielter und natürlicher als das normale Playmate und passt dadurch ganz gut zu mir – ich komme ja selber auch vom Land.

Sich nackt einer Millionenleserschaft zu zeigen, ist mutig. Wie war es für dich?

Dass man nackt gesehen wird, war mir von vorneherein klar. Aber ich bin ein sehr lockerer Mensch. Ich bin zum Beispiel eine absolute Sauna-Gängerin. Ich habe damit kein Problem. Ich bin selbstbewusst und auch selbstbewusst in diese Sache reingegangen. Mir war aber auch klar, dass es nach hinten losgehen kann – gerade bei uns hier auf’m Land. Aber ich habe mir gedacht, ich mache das jetzt und wenn ich genommen werde, dann stehe ich auch dazu. Ich bin stolz auf die Bilder und bereue sie nicht.

Bild: Matthias Hoch

Auf deinen Autogrammkarten bist du auf einer Wiese zu sehen. Wo hat denn das Shooting stattgefunden?

Das Shooting hat drei Tage gedauert und war mitten im Grünen, in Hafling bei Meran in Südtirol. Dort hatte Playboy ein super schönes Hotel gebucht, wo wir einmal Bilder in der Sauna-Landschaft und vor einem Kamin gemacht haben. Und dann haben wir noch zwei Tage auf einer ganz frisch renovierten Almhütte, ungefähr 20 Minuten vom Hotel entfernt, Bilder gemacht.

Du sprichst immer von „wir“. Wer war denn da alles dabei?

Mit mir waren wir zu sechst: eine Mitarbeiterin vom Playboy, die für die ganze Produktion der Bilderstrecken verantwortlich ist, eine Make-up-Visagistin, zwei Kameraassistenten und der Fotograf.

Bild: privat

Jetzt arbeitest du ja in der Küche, wo der Umgangston bekanntlich oft etwas rauer ist. Was haben denn deine Arbeitskollegen dazu gesagt, dass du dich für den Playboy ausziehst?

Die Jungs – ich arbeite in der Küche mit vielen Männern zusammen – haben das ganz locker genommen. Klar, jeder wollte die Bilder sehen und jeder kennt mich jetzt nackt. Sie haben mich aber nie herabgestuft oder waren irgendwie blöd zu mir. Im Gegenteil, als ich nach einem Monat zurück zur Arbeit gekommen bin, hat mir jeder das Heft zum Unterschreiben hingehalten.

 

Hat dein Freund genauso offen reagiert?

(lacht) Ich bin ja noch nicht so lange mit meinem Freund zusammen. Als sich die Beziehung mit ihm entwickelt hat, hatte ich schon die Zusage vom Playboy. Das musste ich ihm dann natürlich sagen. Ich glaube, im ersten Moment wusste er nicht, wie er damit umgehen soll. Aber wir sind da beide reingewachsen und mittlerweile ist er echt stolz und steht zu mir.

Deine Eltern haben ein Hotel in Bad Staffelstein. Wie sehen die das?

Meine Eltern stehen absolut hinter mir. Meine Mama ist wie meine Managerin. Sie  plant und bucht alles für mich und liest alles noch mal gegen. Die Süßeste von allen war aber meine Oma. Sie hat darauf bestanden, dass das erste Autogramm, das ich schreibe, für sie ist. Das war für mich ein total rührender Moment, denn bei meiner Oma habe ich Hausaufgaben gemacht, bei ihr habe ich das Schreiben gelernt und jetzt wollte sie ein Autogramm von mir.

Bild: privat

Toll, dass deine Familie und Freunde so hinter dir stehen. Aber es gab sicherlich auch negative Stimmen?

Sicher, es wird immer Leute geben, die dem negativ gegenüber stehen. Eine hat zum Beispiel mal unter ein Bild geschrieben, dass ich mich nicht so wichtig nehmen soll, wenn ich eine vorübergehende „Wix-Vorlage“ für haarige LKW-Fahrer bin. Das war aber einer der härtesten Kommentare. Sonst hört man Kritik immer nur weitläufig. Direkte Kommentare an mich oder unter meine Bilder sind eher selten. Wirklich ins Gesicht sagen, kann’s mir keiner. Wie es halt meistens so ist.

 

Damit muss man erst mal umgehen können. Was bist du generell lieber – Köchin oder Playmate?

Das ist eine schwierige Frage. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Jede Frau sieht gerne gut aus, ist schön gestylt und hat gern dieses gewisse Sexappeal, was man als Playmate hat. Aber es ist auch schön geerdet zu sein. In der Küche kann man einfach man selber sein. Man muss nicht auf seine Umgangsformen achten, kann mal einen blöden Spruch raushauen, wenn man einen schlechten Tag hat, und muss nicht die ganze Zeit grinsen oder Selfies machen. Generell ist mein Ziel, einmal bei uns daheim einzusteigen. Das ändert sich jetzt auch nicht. Dieses ganze „TV-Sternchen-Zeugs“ wie der Bachelor oder Big Brother ist nicht das, was ich machen möchte – auch wenn es diese Anfragen gibt. Ich würde meinen Job niemals ganz aufgeben. Klar, jetzt im Moment ist es aktuell. Aber dass man nicht für immer Wiesn-Playmate ist, dem muss man sich bewusst sein. Ich mache das jetzt, weil es mir unglaublich viel Spaß macht, aber ich lasse dafür nicht alles liegen und stehen und werde Playmate und Modell. Dafür bin ich auch viel zu faul ins Fitness-Studio zu gehen (lacht).

Zum Schluss noch eine letzte Frage: Wie fühlst du dich wohler – nackt oder angezogen?

Also ich würde sagen nackt. Ich verbinde das Nacktsein mit der Sauna. Die Sauna ist mein Rückzugsort. Dort kann ich entspannen und komme zur Ruhe. Nacktsein ist für mich auch etwas Natürliches. Aber es ist jetzt auch nicht so, dass ich voll den Fetisch habe und die ganze Zeit nackt rumlaufe (lacht). Ich habe in meiner Wohnung schon etwas an. Aber ich verbinde mit Nacktsein schon etwas Positives.