Homestory – Du läufst durch die Straßen, siehst Licht in den Häusern und fragst dich, wie es wohl im Inneren so aussieht? Uns geht es jedenfalls oft so und genau deshalb wollen wir hinter die Türen einiger LANDmadla blicken und schauen, wie es sich in Franken so lebt. Den Anfang macht Steffi Bauer aus Tettau, die sich ein altes Frankenwaldhaus so richtig gemütlich gemacht hat.

Von außen ist es eines wie viele. Ein kleines typisches Frankenwaldhaus. Gelegen an einem Hang. Doch an dem Häuschen hat sich in den letzten zwei Jahren einiges verändert. Darauf weist schon die große runde grüne Tafel am Eingang hin, auf der in geschwungener goldener Schrift die Hausnummer steht sowie der Spruch „Traut‘es Heim, bring Glück herein“. Gleich daneben werkelt Steffi Bauer noch ein bisschen im Garten. Dort, wo eine alte Nähmaschine steht oder sich inmitten eines Efeus ein altes Fenster befindet, liebevoll mit einem kleinen Kranz und einem aus Holz geschnitzten Vögelchen verziert.

Vor zwei Jahren hat Steffi das Haus in Tettau gekauft. Ein typisches Frankenwaldhaus war es. Auch innen. Dunkle Decken, Teppichböden, Tapeten. „Die Tür war aus Holz, so braun und mit einer Glasscheibe mit Eisblumenmuster versehen“, sagt Steffi und blickt stolz auf die Tür im Eingangsbereich. Heute ist sie weiß lackiert, mit Beschlägen versehen und das Glas zieren die Buchstaben R und S. Eine richtige Jugendstil-Tür.

Steffi hat also nicht das Haus entkernt und ein modernes Loft daraus gemacht, in dem alles offen und clean ist. Nein, sie hat es sich dort einfach so richtig gemütlich gemacht, genau wie in ihrem Café am Wildberg in Tettau, das sie schon einige Jahre zuvor eröffnet hat und das so gemütlich ist, dass man, sitzt man einmal mit einem Cappuccino auf der weichen Couch, kaum wieder aufstehen mag.

Im Flur sticht die gepolsterte Wand ins Auge, daneben ein schöner alter Schrank, liebevoll restauriert. Wie viele Möbel in Steffis Haus. Die meisten hat sie aus Christian Heinleins Schreiner- und Restaurierungsbetrieb in Steinbach am Wald. Steffi setzt auf individuelle Möbel statt auf Massenware aus dem Möbelhaus. Und ihr Motto ist „Selbst ist die Frau“, denn sie hat sich ihr Haus ganz alleine gemütlich gemacht, lediglich beim Fliesenlegen und für Elektroleitungen hat sie auf Handwerker zurückgegriffen.

Während viele Räume an den Jugendstil erinnern, Keramik, Holz, Glas, bunte Textilien miteinander ein warmes Bild schaffen, gibt es in ihrem Häuschen auch Räume, die man eher als „englisch schick“ bezeichnen würde. Dunkelgrüne Wände, Samtsofa, gemütliches Licht und viele Bilderrahmen. „Ich stimme schon alles aufeinander ab“, erklärt Steffi ihre Vorgehensweise beim Einrichten. So hat sie in ihrer Küche beispielsweise hinter Schichten von Tapeten eine alte Wandbemalung entdeckt. Die hat sie freigelegt und die Vorhänge in dem Raum farblich passend dazu ausgesucht, das Küchenbuffet im damit harmonisierenden hellblauem Ton gestrichen.

Sie öffnet ihre weiße Jugendstil-Tür, ihr ganzer Stolz, und lächelt bis über beide Ohren, die Augen strahlen. Steffi kann stolz sein auf ihr gemütliches Nest, das sie sich in Eigenleistung geschaffen hat.