Buchstaben können nicht nur geschrieben werden. Handlettering ist der Beweis, mit wie viel Liebe zum Detail ein Wort entstehen und je nach Gestaltung unterschiedlich wirken kann.

Als Finnland, PISA-Spitzenreiter-Nation, im Herbst 2016 die Schreibschrift aus dem Lehrplan gestrichen hat, schlugen viele Alarm. Noch immer diskutieren Bildungsexperten, ob die Druckschrift im Lehrplan ausreicht – auch an deutschen Schulen. Die Befürchtung der Kritiker: Tippen, schreiben mit Tastatur, vertreibt die Handschrift aus den (Grundschul)Klassenzimmern.

Dass jedoch Handschrift, Handgeschriebenes, Buchstaben, die nicht gesetzt und nicht gedruckt, sondern von Hand auf Papier festgehalten werden, in Zeiten der Digitalisierung immer noch einen besonderen Stellenwert haben, lässt sich nicht nur daran ableiten, dass ihr eine eigene Lehre zuteil wird – die Graphologie. Eine US-Forscherin konnte 2012 in ihrem Experiment messen, dass Handschriftliches das Gehirn der Kinder mehr anregte als Getipptes. Außerdem sind Graphologen davon überzeugt, dass jede Handschrift etwas über den Charakter des Schreibenden verrät.

Mit Schönschrift oder einer besonders ansehnlichen Handschrift müssen „Handlettering“-Werke gar nichts zu tun haben. Selbst mit einer Sauklaue ließen sich Lettereien zaubern – vorausgesetzt, derjenige nimmt sich die Zeit und verfolgt das Ziel, dass ausgewählte Worte besonders bewegen, ja beinahe schon sinnlich wirken.

Sarah Seewald erzählt:

„Mit meiner Oma fing alles an. Saß sie am Tisch und verfeinerte ihr Kalligrafie-Schriftbild, tat ich es ihr gleich. Füller, Feder und vor allem Tinte haben es mir früh angetan. Von Handlettering war damals noch nicht die Rede und Kalligrafie gefühlt eher ein Landfrauen-Thema. Mit der Technik, dem Handwerk des „Schriftmalens“, befasse ich mich wieder seit gut einem Jahr. Obwohl Kalligrafie nicht Schönschrift, nicht Letterei ist – gemein haben alle samt: Mit ein bisschen Übung lassen sich Ergebnisse erzielen, die sich nicht nur als DIY-Geschenke eignen, sondern nach einem langen Alltag auch noch für Entspannung sorgen.“


Workshop: Kreative Auszeit mit Sarah Seewald

Lasst uns Buchstaben zeichnen, malen, gestalten –  jedem einzelnen eine besondere Bedeutung verleihen. Denn Worte können nicht nur geschrieben werden. An diesem Abend lernen wir, Worte in Hingucker zu verwandeln, mal mit Schnörkel, mal mit Bleistift, mit Pinsel, mit Schattierung oder mit kleinen Illustrationen.

Am Ende dieses Abends seid ihr mit den Grundlagen des Handletterings vertraut und für die bevorstehende Herbst-/Weihnachtszeit um kreative Ideen und selbstgestaltete Karten reicher.

Du hast keine schöne Handschrift?
Kein Argument, nicht schön schreiben zu können.

Ihr bekommt im Kurs Vorlagen und Alphabete zum Üben sowie eine Auswahl an Stiften. Ihr müsst also nichts mitbringen, dürft aber selbstverständlich, falls ihr schon passendes Material habt.

Wann?

Donnerstag, 25. Oktober 2018 ab 18 Uhr (Dauer ca. 3,5 Stunden)

Wo?

Gebäude der Mediengruppe Oberfranken, Gutenberg Straße 1 in Bamberg

Materialpauschale: 10 Euro

 

P.S.: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Daher sichert euch direkt bis zum Mittwoch, 17. Oktober, euren Platz. Schreibt dazu einfach eine E-Mail an landmadla@infranken.de

Leider ist dieser Kurs schon ausgebucht. Wir bemühen uns aber um einen zweiten Termin!