Manchmal kann sich schon ein einziger Tag Auszeit wie Urlaub anfühlen. Mal rauskommen aus dem gewohnten Umfeld, etwas anderes sehen, neues entdecken. Und da es jetzt endlich wieder nauswärts geht, die Tage länger werden und die Sonne sich öfter zeigt, gehen auch echte Landmadla wieder nauswärts – diesmal in die Haßberge nach Königsberg in Bayern, um Natur, Wein, Bier und fränkische Fachwerkhäuser zu entdecken.

Am besten ist die Anreise mit dem Auto nach Königsberg (Google Maps Link). Eine gute Parkmöglichkeit befindet sich südlich der Altstadt auf dem „Bleichdamm“ neben der Stadthalle (Altershäuser Straße Richtung Innenstadt). In der Stadthalle gibt es auch eine öffentliche Toilette. Im Norden der Kleinstadt liegt das Sportgelände, an dem es weitere Parkplätze (auch für Wohnmobile) gibt. Beide Parkplätze sind nur fünf Minuten Fußweg von Königsbergs zauberhafter Altstadt entfernt.

9 Uhr

Dort liegt auch der Startpunkt unserer Tour. Um gestärkt in den Tag zu starten, genehmigen wir uns erst einmal ein Frühstück – zum Beispiel im Generationencafé „ZwergRiese“ in der Marienstraße 12, das auch ein Kinderspielzimmer hat. Hier gibt es regionale Köstlichkeiten, wie etwa den Kaffee der Lebenshilfe Bamberg oder Brot und Brötchen der Naturbäckerei Oppel aus dem Landkreis Haßberge. Spätaufsteher können ihren Tag auch ab 11 Uhr im Café am Marktplätzchen in der Braugasse starten. Hier kann zwischen Skulpturen und Gemälden im alten kommunalen Brauhaus der Stadt der Kaffee geschlürft werden.

11 Uhr

Im Anschluss lohnt ein Spaziergang durch die Altstadt Königsbergs. Da während des 30-jährigen Krieges (1618 bis 1648) Königsberg durch Brandkatastrophen fast vollständig zerstört wurde, prägen heute überwiegend Gebäude aus dem 17. Jahrhundert das Stadtbild. Die unterfränkische Kleinstadt ist daher bekannt für ihre gut erhaltenen, meist mehr als 300 Jahre alten Fachwerkhäuser. Das Fachwerkhausensemble am zentralen Salzmarkt beispielsweise steht komplett unter Denkmalschutz. Dort steht auch ein Denkmal für den 1436 in Königsberg geborenen Regiomontanus (lateinisch für „Der Königsberger“). Der Wissenschaftler, der mit bürgerlichen Namen Johannes Müller hieß, war ein bedeutender Mathematiker und Astronom des Spätmittelalters. Er ist, neben drei weiteren für Königsberg bedeutenden Persönlichkeiten, eine Figur des täglich ertönenden Glockenspiels am Rathaus – auch das eine Sehenswürdigkeit der Stadt (täglich um 11.30 Uhr und 15.30 Uhr).

Foto: Lea Schreiber

12 Uhr

Nach so viel Stadtgeschichte geht es nun in die Natur – hoch auf den Schlossberg zur Burgruine Königsberg. Der Fußmarsch auf den Schlossberg dauert von der Altstadt aus keine viertel Stunde. Die Burgruine kann jedoch auch mit dem Auto angefahren werden. Oben angekommen, wird man belohnt mit einem weiten Ausblick auf die Haßberge. Die Schlossberg Gaststätte im historischen Innenhof lädt zur Einkehr ein. Die Burg auf dem Schlossberg wurde mutmaßlich im Jahr 1168 auf Befehl Kaiser Friedrich Barbarossas erbaut und fand bereits im 12. Jahrhundert ihre erste urkundliche Erwähnung. Die Burg hatte alle Kriege ohne Zerstörung überstanden, wurde jedoch 1754 aufgegeben und verfiel zusehends. Doch die seit 1921 bestehende „Schlossberggemeinde“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Burgruine instand zu halten.

1330 Uhr

Vom Schlossberg ausgehend hat man nun mehrere Möglichkeiten, je nach Zeit und Lust. Denn von hier oben aus führen verschiedene historische Wanderwege zu landschaftlich schönen Aussichten. Wir entscheiden uns hier für eine Wanderung nach Unfinden, einem Ortsteil Königsbergs. Wir laufen den ausgeschilderten Naturerlebnispfad entlang, der uns zum Rennweg bringt, dem wir bis zur Urwiese folgen. Nun geht es auf dem Fußpfad auf der rechte Seite weiter und dann den romantischen Hohlweg entlang. Ein Abstecher zum Huthäuschen mit Aussichtspunkt lohnt sich. Schließlich kommen wir an Weinbergen vorbei in das Wein- und Fachwerkdorf Unfinden.

1530 Uhr

Der Ort wurde vom Landesamt für Denkmalschutz in die Liste der besonders schutzwürdigen Ensembles aufgenommen. Das Ganerbendorf besticht durch imposante Fachwerkbauten mit zahlreichem Wappenschmuck und ist Teil der Straße der Fachwerk- romantik, die sich durch den Naturpark Haßberge zieht. Eine Besonderheit in dem kleinen Ort ist das Brauhaus in Unfinden. Nach über 50 Jahren Pause wurde es durch die fleißigen Helfer restauriert und 2008 wieder in Betrieb genommen. Hier wird regelmäßig etwa viermal im Jahr das „Üflder Hausbraubier“ gebraut. Der nächste Termin ist Samstag, 6. Mai, ab 6 Uhr morgens. Wie der Verein mitteilt, sind die Brautermine öffentlich.

Foto: Lea Schreiber

17 Uhr

Zu guter Letzt lohnt sich eine Einkehr in eine echten Heckenwirtschaft in Unfinden, nach der man sich ein letztes Mal an diesem Tage die Beine auf dem Gehweg entlang der Straße nach Königsberg, zurück zum Auto, vertreten kann.❤

Gästeführungen in Königsberg:
Vom 16. April bis zum 30. Oktober gibt es fast jeden Sonntag eine öffentliche
Stadtführung in Königsberg.
Preis: Erwachsene: 5 Euro
Kinder bis 12 Jahre: frei
Jugendliche bis 18 Jahre: 2 Euro
Gruppen ab 15 Personen: 3 Euro pro Person
Beginn der Führungen ist um 14.30 Uhr, jeweils auf dem Marktplatz in Königsberg i.Bay.
Weitere Informationen der Gästeführungen über die Stadtverwaltung Königsberg i.Bay., Tel.Nr. 09525/9222-18

Fahrradführung:
Von Mai bis September finden Fahrradführungen statt. Mit dem Rad geht es durch Königsberg, anschließend nach Unfinden und Junkersdorf.
Preis: 50 Euro für 1 ½ bis 2 Stunden
Teilnehmerzahl begrenzt auf max. 15 Personen. Fahrräder können auch ausgeliehen werden. Bitte vorher rechtzeitig melden unter Tel.Nr. 09523/499 oder 0171/1134846 www.drahtesel.bike
Treffpunkt: Marktplatz Königsberg i.Bay.
Buchung und weitere Informationen der Gästeführungen über die Stadtverwaltung Königsberg i.Bay., Tel.Nr. 09525/9222-18

Fotos: Lea Schreiber