Schattenspendende Waldwege, steile Basaltkuppen, tolle Ausblicke und gemütliche Hütten – wer gerne wandert muss dafür nicht extra ins Allgäu oder nach Österreich fahren. Auch in der Rhön lässt es sich ganz gut kraxeln. Wie wäre es beispielsweise mal mit einer Hüttentour zum „Heiligen Berg der Franken“?

Ausgangpunkt unserer Wanderung ist das Berghaus Rhön auf dem Farnsberg bei Riedenberg. Foto: Katharina Schlereth

9.00 Uhr: Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz am Berghaus Rhön. Von dort starten wir mit unserer Tour in Richtung Würzburger Haus. Den Hinweisschildern folgend, lassen wir das Berghaus Rhön rechts hinter uns liegen und erreichen nach einem sanften Anstieg eine kleine Anhöhe, von der aus man einen wunderschönen Blick auf den Bergsee „Tintenfass“ hat. Mit seinem tiefblauen Wasser erinnert der See, wie sein Name schon vermuten lässt, an ein riesiges Tintenfass. Aber auch die Basaltkuppe, die einst in dem ehemaligen Steinbruch zu finden war, wurde schon als solches bezeichnet. Nach einem kurzen Zwischenstopp, um die Aussicht zu genießen, geht es über einen Wiesenweg weiter bergauf. Auf der Höhe des kleinen Berges, auf dem im Winter, wenn es die Schneeverhältnisse zulassen, gerne Skikurse gegeben werden, führt der Weg durch ein Waldstück. An dessen Ende geht es vorbei an einem Parkplatz zu unserem ersten Zwischenziel.

Mit seinem tiefblauen Wasser erinnert der Basaltsee oberhalb vom Berghaus Rhön an ein riesiges Tintenfass. Foto: Katharina Schlereth

10.00 Uhr:  Das Würzburger Karl-Straub-Haus oder kurz Würzburger Haus ist bei Wanderern ein beliebtes Einkehrziel und darf auch auf unserer Hüttentour nicht fehlen. Ganzjährig geöffnet bietet es seinen Gästen eine kleine Karte an warmen und kalten Speisen. Auch die Aussicht vom Würzburger Haus ist nicht zu verachten. Auf einer Höhe von 768 Metern in den Schwarzen Bergen bietet sich ein toller Blick auf den kleinen und großen Auersberg, den Dammersfeld bis nach Wildflecken. Vor allem bei schönem Wetter, wenn man draußen sitzen kann, hat man mit der Kulisse im Hintergrund den Alltagsstress schnell hinter sich gelassen. Ein prima Zwischenstopp für eine kurze Rast und eine kleine Erfrischung.

Als kleiner wissenswerter Einschub sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Schwarzen Berge, die bereits seit 1993 Naturschutzgebiet sind, neben der Langen Rhön zu den größten außeralpinen Naturschutzgebieten in Bayern zählen.

Öffnungszeiten Würzburger Haus:

ganzjährig geöffnet,

täglich ab 10.00 Uhr,

Mittwoch Ruhetag

10.30 Uhr: Die Wanderschuhe noch mal festgeschnürt, geht es jetzt weiter in Richtung Kissinger Hütte. Hierfür einfach den Wanderschildern folgen. Diese führen uns zunächst durch ein längeres Waldstück. Nach gut 45 Minuten lichten sich die Bäume und wir erreichen den Wanderparkplatz unterhalb der Kissinger Hütte. Hier stand bis vor einigen Jahren noch das Basaltwerk, in dem Basalt abgebaut wurde. Vulkanisch geprägt, findet sich in der Rhön nämlich ein großes Vorkommen an diesen zusammenhängenden Gesteinsformationen. Sie prägen noch heute das Landschaftsbild der Rhön und zählen zu einem ihrer geologischen Schätze.

Nach dem Wanderparkplatz geht der Weg weiter aufwärts in Richtung Kissinger Hütte. Gute 30 bis 45 Minuten später schlängelt er sich aus dem Wald heraus. Endlich ist unser nächstes Ziel in Sichtweite. Auf circa 830 Höhenmetern  zwinkert sie uns entgegen: die Kissinger Hütte.

Gemütlich einkehren lässt es sich auch in der Kissinger Hütte. Ein Blick in die Karte zeigt eine leckere Auswahl an regionalen Schmankerl. Foto: Katharina Schlereth

12.00 Uhr: Zeit für eine kleine Stärkung. Auf der urig eingerichteten Hütte, von der aus der rot-weiß-gestreifte Sendemast des Kreuzberges schon zu sehen ist, lässt es sich gemütlich einkehren. Ein Blick in die Karte zeigt eine leckere Auswahl an regionalen Schmankerl. Da fällt die Entscheidung schwer. Aber egal, für was du dich entscheidest, seien wir doch mal ehrlich: Wo und wann schmeckt der Obazda mit Zwiebeln und Brot, die Kartoffelsuppe mit Wienerle oder das Hüttenschnitzel besser als auf einer gemütlichen Hütte, wenn die Beine vom Wandern leicht kribbeln und man merkt, dass man etwas gemacht hat. Und auch das Maß Bier oder Radler schmeckt dort noch mal doppelt so erfrischend.

Auf der Kissinger Hütte kann man echte Hüttengaudi erleben. Foto: Katharina Schlereth

Auf der Kissinger Hütte kann man übrigens auch richtige Hüttengaudi erleben. An festen Terminen im Jahr wird dort mit den Rhöner Hüttenmusikanten gesungen, geschunkelt und getrunken. Wer nach einem solch feucht fröhlichen Abend nicht mehr den Abstieg antreten möchte, kein Problem: Auf der Kissinger Hütte kann man auch übernachten. Neben Einzel- und Doppelzimmer gibt es auch für größere Gruppen geeignete Übernachtungsmöglichkeiten.

Mehr Informationen unter www.kissinger-huette.de.

Öffnungszeiten:

26. März bis 04. November 2018

Dienstag bis Samstag von 10.00 bis 22.00 Uhr

Sonntag von 10.00 bis 19.00 Uhr

Warme Küche täglich ab 11.00 bis 20.00 Uhr

13.00 Uhr: Endspurt! Der Heilige Berg der Franken ist über Luftlinie schon in Sicht. Links an der Kissinger Hütte vorbei geht es jetzt über einen Wiesenpfad hinein in den Wald und dann immer abwärts bis zum Guckaspaß. Von dem Wanderparkplatz, der zwischen den beiden Orten Wildflecken und Langenleiten liegt, gibt es einen schönen Aufstieg zum Heiligen Berg der Franken. Jetzt ist es nicht mehr weit.

Der „Heilige Berg der Franken“ ist ein beliebter Pilgerort. Er ist vor allem für sein Klosterbier bekannt. Foto: Annett Lüdeke

15.00 Uhr: Geschafft! Nach gut einer Stunde Fußmarsch vom Guckaspaß erreichen wir unser Endziel: den „Heiligen Berg der Franken“ – den Kreuzberg. 932 Meter über N.N. gehört er zu den höchsten Bergen in der Rhön. Doch ist es nicht die Aussicht, die jedes Jahr Scharen an Besuchern anlockt. Das gleichnamige Kloster auf dem Kreuzberg ist ein beliebter Wallfahrtsort und vor allem für sein Klosterbier bei Pilgern, Wanderern und Radfahrern sehr beliebt. Besonders gut schmeckt das selbstgebraute Bier mit einem leckeren Käsebrot, das man in der Klostergaststätte typischerweise mit einem Tütchen Käsegewürz bekommt. Einfach, aber lecker! Wer noch etwas Kraft übrig hat, der sollte bevor er geht unbedingt zum Sendemast und zu den drei Kreuzen hochlaufen. Von dort oben bietet sich ein atemberaubender Blick über das Dammersfeldmassiv bis zur Wasserkuppe in der hessischen Rhön. Und auch ein Blick in die Kapelle lohnt sich!

Wer Zeit und Lust hat, kann im Kreuzberg auch übernachten. Die Kloster-Pension bietet sowohl modern als auch einfach eingerichtete Gästezimmer. Ab 22.00 Uhr herrscht dort allerdings Nachtruhe. Das dürfte jedoch nicht weiter tragisch sein. Denn nach der langen Wanderung und der ein oder anderen Maß Klosterbier zur Belohnung werden die Augen von ganz alleine schwer und man fällt todmüde ins Bett :-).

Mehr Informationen unter www.kreuzbergbier.de.

Öffnungszeiten der Klostergaststätte:

Täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr