Hast du es auch satt, deine Karotten beim Discounter zu kaufen, eingepackt in Unmengen an Plastik? Fehlt dir auch die Inspiration, wo und wie man bewusster, regionaler und nachhaltiger leben und handeln kann?

Nur wo gibt es solche Möglichkeiten? Und zu welchen Zeiten kann man dort hingehen? Nervig, alle diese Informationen im Internet zu suchen. Und genau hier hilft dir „Dein Wurzelwerk“ weiter. Denn: Warum kann man nicht einfach alle Informationen für ein bewusstes, regionales und nachhaltiges Leben in Franken auf einer Plattform vereinen? Wie die Idee zu „Dein Wurzelwerk“ kam, hat uns das Team rund um Anna-Lena Binggesser, Matthias Amon und Lukas Ruhl von der Mediengruppe Oberfranken erzählt.

Was ist „Dein Wurzelwerk“? 

„Dein Wurzelwerk“ ist ein Projekt, das aus dem Design Lab der MGO Zeitungsverlage entsprungen ist. In einem interdisziplinären Team wurde die Idee entwickelt, Menschen, die sich dafür interessieren, zum Thema Nachhaltigkeit und Regionalität zu informieren und zu begeistern. Ein wichtiger Punkt für uns ist auch, den Fokus vermehrt auf regionale Produkte und Lebensmittel zu lenken beziehungsweise regionale Direktvermarkter zu unterstützen.

Wie seid ihr auf den Namen „Dein Wurzelwerk“ gekommen?

Der Name „Dein Wurzelwerk“ ist in einem kreativen Naming-Workshop zusammen mit anderen Kollegen entstanden. Er steht im Prinzip für das, was wir auch ausdrücken möchten. „Wurzel“ beziehungsweise „Wurzelwerk“ steht für die Heimatverbundenheit und das Netzwerk, was auch ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist. Das vorangestellte „Dein“ soll nochmal eine Personalisierung darstellen, damit man sich noch besser mit uns identifizieren kann.

Wer steckt hinter „Dein Wurzelwerk“?

Während des Design Labs bestand unser Team aus fünf Mitgliedern, mittlerweile sind wir noch zu dritt. Das ist zum einen Anna-Lena Binggeser, die aus dem Neukundenmarketing kommt. Zum anderen Matthias Amon aus dem Media Lab und Lukas Ruhl von der Z+S – Zustell- und Service Gmbh.

Was ist eure Geschichte zu „Dein Wurzelwerk“?

Das Team von „Dein Wurzelwerk“ (von links): Matthias Amon, Anna Lena Binggesser und Lukas Ruhl. Foto: Lea Schreiber

Anfangs war es unsere Aufgabe, ein Produkt zum Thema regionale Wirtschaft zu entwickeln. Wir haben uns dann durch klassische Feldforschung auf den Straßen Bambergs langsam an das Thema herangetastet, um ein Gefühl zu bekommen, was die Menschen interessiert und welche Bedürfnisse und Probleme sie im Zusammenhang mit diesem Thema haben. Je mehr Interviews wir geführt haben, desto stärker haben sich zwei Themen herauskristallisiert, die die Menschen bewegen: Regionalität und Nachhaltigkeit. Von da an stand die Frage im Mittelpunkt: Wie können wir Leuten dabei helfen, bewusst und nachhaltig zu leben und gleichzeitig etwas für die Region zu tun? Es gab anschließend viele Ideen, die ausgearbeitet, getestet und teilweise auch wieder verworfen wurden. Mittlerweile haben wir eine eigene Homepage mit Online-Shop für nachhaltig und regional hergestellte Produkte, eine Facebook-Seite mit einer großen und engagierten Community sowie Kontakte zu Unternehmen und Direktvermarktern in der Region, die mit uns über diese Themen im Austausch sind. Für weitere Kontaktvorschläge sind wir immer dankbar.

Was ist das Ziel?

Wir haben zwei Ziele. Erstens, das Bewusstsein der Menschen hin zu einem nachhaltigeren Leben zu schärfen. Es geht nicht darum, mit dem erhobenen Zeigefinger auf die Leute zu zeigen und ihnen vorzuhalten, was sie alles falsch machen. Vielmehr wollen wir wertvolle Tipps für den Alltag geben, wie man mit kleinen Veränderungen und ohne viel Aufwand einen guten Beitrag für unsere Umwelt leisten kann. Wir wollen über nachhaltige Alternativen in allen Lebensbereichen informieren, die Menschen zum Nachdenken anregen und motivieren, aus ihrer Komfortzone zu kommen. Beispielsweise haben wir einen Beitrag zum Thema „Nachhaltige Finanzanlagen“ gemacht, weil wir glauben, dass viele gar nicht wissen, dass es solche Möglichkeiten heutzutage gibt.

Und zweitens wollen wir das Thema „Regionalität“ weiter in den Köpfen der Franken stärken. Wir haben schon mit vielen Direktvermarktern aus Franken gesprochen, die heimische Produkte produzieren und wir wissen, was deren Bedürfnisse sind. Wir wollen diese aktiv unterstützen, damit mehr Leute dort einkaufen gehen. Die Frage, die uns nämlich immer wieder in den Sinn kommt ist: Warum kaufen wir unsere Lebensmittel (Gemüse, Obst, Fleisch, etc.) im Supermarkt, wo wir eigentlich nicht genau wissen, wo sie herkommen, wenn wir doch genauso gut den heimischen Bauern um die Ecke unterstützen können, der regionale Produkte bester Qualität anbietet? In unserem Online-Shop werden zum Beispiel nur Produkte angeboten, die hier in der Region produziert wurden bzw. einen starken regionalen Bezug aufweisen.

Was bedeutet euch Nachhaltigkeit und Regionalität?

Wir haben uns selbst auch erst im Laufe des Projekts stärker mit den Themen Nachhaltigkeit und Regionalität auseinander gesetzt. Mittlerweile sind wir davon überzeugt, dass beide Themen aktueller denn je sind und hohe Bedeutung für die Zukunft haben. Es ist wichtig, sorgsam mit unserer Umwelt umzugehen, damit auch zukünftige Generationen ein reichhaltiges Leben auf der Erde führen können. Durch den Klimawandel und die damit verbundene Erderwärmung gibt es viele Probleme auf der Welt, die man nur lösen kann, wenn das Prinzip der Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen angewendet wird. Wir haben mittlerweile ein neues Bewusstsein für unser Leben, für unseren Konsum und unsere Umwelt entwickelt. Dieses wollen wir nun auch an andere weitergeben und zum Nachdenken anregen. Regionalität ist vor allem in Franken ein zentrales Thema, da die Heimatverbundenheit hier sehr groß ist. Das wollen wir nutzen, um regionale Anbieter und Direktvermarkter zu stärken, was auch wieder auf die Nachhaltigkeit der Region abzielt.

Welche Facetten hat Nachhaltigkeit für euch und welche werden bei „Dein Wurzelwerk“ thematisiert?

Nachhaltigkeit hat extrem viele Facetten. Es gibt in fast allen Lebensbereichen nachhaltige Ansätze, die für die Zukunft interessant sein werden. Ob Tourismus, Geldanlagen oder Arbeitgeber, für fast alles gibt es eine heutzutage nachhaltige Alternative. Bei „Dein Wurzelwerk“ versuchen wir, möglichst viele dieser Themen zu beleuchten. Es ist super spannend, immer wieder neue Aspekte kennenzulernen und diese an unsere Community weiterzugeben.

Wo hat euch „Dein Wurzelwerk“ in Franken schon überall hingeführt? 

Wir waren bereits bei einigen Direktvermarktern der Region, zum Beispiel beim Biohof Stähr in Eggolsheim oder beim Weidehof Grellner in Pegnitz im Landkreis Bayreuth. Auch die Firma Naturstrom in Eggolsheim sowie den Unverpackt-Laden in Bamberg haben wir schon besucht. Wir haben überall tolle Leute getroffen, die sehr angetan von unserem Projekt waren. Unsere Erlebnisse waren durchweg positiv und wir haben bei jedem Besuch gemerkt, dass dieses Thema von großer Bedeutung ist.

Was hat euch dabei am meisten beeindruckt?

Alle, die wir getroffen haben, brennen für dieses Thema und machen ihre Arbeit mit großer Leidenschaft. Ob es der Biobauer ist, der quasi rund um die Uhr arbeitet oder die Gründerin des Unverpackt-Laden in Bamberg. Alle machen ihre Arbeit mit einer unglaublichen Überzeugung, das war schon sehr beeindruckend.

In eurem Onlineshop seid ihr jetzt mit dem ersten Produkt gestartet: dem Zünd-Bäggla. Welche Geschichte steckt dahinter und wie seid ihr auf dieses Produkt gekommen?

Die Zünd-Bäggla. Foto: Lea Schreiber

Eine Idee von uns war es, einen Onlineshop für regional hergestellte Produkte auszuprobieren. Auf der Suche nach solchen Produkten sind wir zufällig auf die Zünd-Bäggla gestoßen, die von den Lebenshilfe-Werkstätten in Bamberg produziert werden. Wir haben uns mit dem Werkstattleiter getroffen, um an mehr Informationen zu kommen. Dann war schnell klar, dass wir dieses Produkt unbedingt im Shop ausprobieren wollen. Für die Herstellung werden ausschließlich Abfallprodukte verwendet, die zu 100% natürlich sind. Mehr Nachhaltigkeit geht quasi nicht mehr!

Wie soll der Onlineshop bzw. Blog in Zukunft aussehen?

Wir wollen unseren Onlineshop natürlich weiter mit geeigneten Produkten ausstatten. Ein größeres Angebot zieht natürlich auch mehr Menschen an. Unser Ziel ist es dabei, stets darauf zu achten, dass die Produkte regional in Franken hergestellt werden und der Aspekt der Nachhaltigkeit gewahrt wird. So bleiben wir authentisch und können unsere Marke weiter ausbauen. Der Blog soll weiterhin mit interessanten Inhalten befüllt werden. Wir wollen Geschichten erzählen, Menschen und Projekte vorstellen und nützliche Tipps geben. Da befinden wir uns bereits auf einem guten Weg.

Habt ihr einen kleinen Tipp wie jeder Zuhause schon etwas nachhaltiger werden kann?

Die ersten kleinen Veränderungen, die jeder problemlos umsetzen kann sind zum Beispiel ein bewusster und sparsamer Umgang mit Strom und Wasser. Das reduziert den Energieverbrauch und schont gleichzeitig den Geldbeutel. Mülltrennung mag uns manchmal lästig vorkommen, ist aber nicht schwer und bewirkt einiges. Beim wöchentlichen Einkauf kann man darauf achten, Obst und Gemüse nicht jedes Mal in Plastik verpackt zu kaufen. Generell ist es ratsam, sich Gedanken über das eigene Konsumverhalten zu machen. Müssen wir uns wirklich immer alles neu kaufen, nur weil etwas mal kaputt ist oder nicht mehr funktioniert?

 

Willst du mehr über „Dein Wurzelwerk“ erfahren oder hast du Interesse an einem Zündbäggla, dann schau doch einfach mal hier vorbei:  https://www.deinwurzelwerk.de/shop/