Schmuck kaufen und dabei gleichzeitig Sozialprojekte unterstützen – das ist die hinreißende Vision des österreichischen Schmucklabels Pamipa und die Herzensangelegenheit von Jessi Müller aus dem unterfränkischen Dankenfeld, die seit einem Jahr für Pamipa arbeitet. In dieser Zeit haben sie schon einiges erreichen können.

Ein siebenjähriges Mädchen ist völlig verschüchtert. Ihr Po und ihre Oberschenkel sind komplett verbrannt. Weil sie ihrem Vater widersprochen hat, hat er sie mit nacktem Po auf den brennenden Herd gesetzt. „Ich dachte, ich hätte mich seelisch und moralisch gut genug auf meine Reise nach Rumänien vorbereitet, schließlich flog ich dort hin, um unser erstes eigenes Kinderhaus zu eröffnen. Was ich dort allerdings über unsere Schützlinge erfahren musste, verschlug selbst mir die Sprache“, Jessi Müller stockt kurz.

Das Kinderhaus in Rumänien mit seinen Bewohnern. Foto: Pamipa

Sie ist selbst Mutter von zwei Kindern und kann es noch immer kaum fassen, wie Kinder in Rumänien behandelt werden. „Wenn du siehst, wie verstört die Kinder sind und wie erschüttert ihr Urvertrauen ist, weil sie gar nichts mehr haben, woran sie sich festhalten können. Das ist einfach nur grausam.“ Wenn die Kinder ins Kinderhaus einziehen, wissen sie oft nicht, was mit ihnen gerade geschieht. Die meisten kennen keine eigenen vier Wände, haben die meiste Zeit in Bretterverschlägen in den Slums gewohnt. „Mir bricht es das Herz, zu wissen, dass Kinder – die unschuldigsten Wesen auf unserem Planeten – in einem EU-Land unweit von uns schwerst misshandelt werden, hungern müssen und kein Dach über dem Kopf haben“, erzählt Jessi, die von ihrer Zeit in Rumänien noch immer tief bewegt ist.

Mit jedem Schmuckstück werden soziale Projekte unterstützt

Die 38-Jährige aus dem unterfränkischen Dankenfeld hat selbst auch mit dazu beigetragen, dass das Kinderhaus im rumänischen Herrmannstadt eröffnet werden konnte. Sie arbeitet seit genau einem Jahr für das österreichische Schmucklabel Pamipa – für Jessi ist das mehr als nur eine neue Schmuckmarke: „Pamipa ist für mich eine absolute Herzensangelegenheit.“ Mit jedem Schmuckstück, das auf Messen, einem Schmuckabend oder im Onlineshop gekauft wird, werden weitere Sozialprojekte unterstützt. Neben dem Kinderhaus in Rumänien unterstützt Pamipa Mamas in Deutschland, die an Brustkrebs erkrankt sind. Auch im Tierschutz ist das Schmucklabel aktiv. „Wir unterstützen auch das Affenrefugium auf Gut Aiderbichl finanziell mit Spenden“, erklärt Jessi, die voller Leidenschaft über ihren Job erzählt.

Das Ziel: ein eigenes Kinderhaus

Vor Pamipa hatte Jessi eine Festanstellung im Gesundheitszentrum „mediteam“ in Bamberg. Dort hat sie Menschen nach einem schweren Unfall oder einem Schlaganfall bei der Mobilisierung geholfen. „Dann wurde ich schwanger und wir haben beschlossen, dass wir unseren Kindern den größten Luxus bieten möchten: Zeit.

Mit dem Job bei Pamipa ist für Jessi Müller ein Traum in Erfüllung gegangen. Foto: privat

Also blieb ich vorerst Zuhause und kümmerte mich um meine beiden Zwerge.“ Nachdem ihre Kinder etwas größer waren und Jessi Zuhause die Füße nicht mehr stillhalten konnte, suchte sie Abwechslung, mit der sie auch etwas zu ihrer Urlaubskasse beitragen konnte.
„Ich arbeitete ein Jahr stundenweise im Büro, danach ein Jahr im Direktvertrieb. Doch nichts davon stellte mich so richtig zufrieden. Ich wollte wieder eine Tätigkeit, auf die ich stolz sein kann. Ich machte mich auf die Suche und stieß dabei auf diese kleine, bei uns noch recht unbekannte Firma namens Pamipa.“

Und genau zu diesem Zeitpunkt suchte das Schmucklabel jemanden, der in Unter-, Mittel- und Oberfranken die Expansion für Pamipa vorantreibt. Diese Herausforderung war genau das, wonach Jessi gesucht hatte. Das Schmucklabel wurde vor zweieinhalb Jahren von Nicole und Dr. Andreas Pascher aus Wien gegründet – aus einer Vision heraus. Nicoles größter Wunsch: ein eigenes Kinderhaus zu bauen.

„Von der Idee bis zur Realisierung verging jedoch etwas Zeit, bis Andreas im Urlaub die zündende Idee kam: Man könnte ein eigenes Label gründen, mit dessen Erlösen dann derartige Sozialprojekte realisiert werden könnten“, erklärt Jessi. Als Allererstes stand also die Vision, dann kam der Name und erst dann das Produkt. „Schmuck ist haltbar, braucht nicht viel Platz und lässt sich gut lagern“, erklärt Jessi.

Pamipa-Familie Pascher Foto: Pamipa

Nicole und Andreas Pascher hatten hohe Ansprüche an die Kollektion: Sie sollte handgemacht sein, ausschließlich Echtschmuck und fair produziert werden. „So begannen sie nach und nach immer mehr kleine Schmuckmanufakturen, überwiegend in Deutschland und Österreich, unter Vertrag zu nehmen, die dann neben ihrer eigenen Produktion für uns unsere eigenen Entwürfe mitproduzieren“, erklärt Jessi. Elaine, die große Tochter der Firmengründer, ist maßgeblich am Design beteiligt. Das Herzstück von Pamipa ist ein Medaillon, das man selbst jederzeit nach Lust und Laune mit neuen Charms, kleinen Einlegern in Symbolform, bestücken kann. Bei Pamipa wird das Float genannt. „Mit jedem Float kannst du deine eigene Geschichte erzählen.“

Gemeinsam mit Sozialarbeiterin Jenny Rasche von der Kinderhilfe für Siebenbürgen e.V., die in Rumänien mehrere Hilfsprojekte für Roma-Kinder leitet, arbeitet Pamipa eng zusammen und hat auch gemeinsam mit ihr und der Kinderhilfe das Kinderhaus in Herrmannstadt eröffnet.

Das Geld kommt dort an, wo es gebraucht wird

In den nächsten Jahren sollen in Zusammenarbeit noch mehr Kinderhäuser sowie Kindergarten- und Schulprojekte entstehen. „Die Kinderhilfe für Siebenbürgen e.V. ist seriös und wir wissen, dass unser Geld dort ankommt, wo es am meisten gebraucht wird“, so Jessi. Damit die Kinder im Pamipa Haus auch Weihnachten feiern können, spendete Pamipa 700 Euro aus eigenem Budget. Doch das Schmucklabel hilft nicht nur in Rumänien. Neun Monate nach Firmengründung konnte Pamipa mit 30.000 Euro ein Notprojekt des C.O.S. Foundation Kinderheims auf den Philippinen unterstützen, dort wurde nach einem verheerenden Tsunami dringend ein neuer Bus benötigt. Mit den Einnahmen durch den verkauften Schmuck konnte Pamipa sogar eine Patenschaft übernehmen. „Schmuckkaufen war wohl noch nie mit einem so guten Gefühl verbunden“, so Jessi. ❤

Weitere Infos:

Wenn du mehr Infos zu den Sozialprojekten oder dem Unternehmen haben willst, kannst du dich einfach an folgende Personen wenden:

Dr. Andreas Pascher (Gründer PAMIPA)
+436505735695

Jessica Müller (Teamleader PAMIPA)
0151/42868467

Bei Facebook:
Pamipa Shop bei Jessi Müller
www.jessi.pamipa.at

Mehr über die Kinderhilfe für Siebenbürgen e.V. unter www.roma-kinderhilfe.de