Goldig trifft das, was Laura Rodriguez Zambrano macht genau auf den Punkt. Die 30-Jährige designt und schneidert Kindermode unter dem Label Babadá. Und die Mode aus der fränkischen Kleinstadt Bad Windsheim ist international preisgekrönt. Laura Rodriguez Zambrano ist nämlich Preisträgerin des Junior Design Awards des Junior Magazine. Mit ihrem Label Babadá hat sie es unter die Top fünf geschafft. Und dabei fing doch alles mit selbstgeschneiderten Klamotten für ihre Zwillingsmädchen an.

Dass Laura Rodriguez Zambrano Modedesignerin ist, sieht man ihr schon an, wenn sie die Tür zu ihrem kleinen Laden in der Herrngasse in Bad Windsheim öffnet. Die bildhübsche Frau mit den strahlend blauen Augen und dem freundlichen Lächeln ist gut gestylt, ihr Laden toll eingerichtet und die Klamotten, die dort hängen sind vor allem eins: goldig.

Bei Babadá in Bad Windsheim verkauft Laura ihre selbstentworfene Kindermode. (Foto: Lea Schreiber)
Bei Babadá in Bad Windsheim verkauft Laura ihre selbstentworfene Kindermode. (Foto: Matthias Hoch)

Laura Rodriguez Zambrano macht Kindermode. Da hängt ein putziges Kleidchen, dort eine kuschelige Jacke und hier eine bunte Bundhose. Angefangen hat alles im August 2015, als die Zwillingsmädchen von Laura etwa neun Monate alt waren. „Ich habe für meine Kinder Sachen genäht. Dann haben mich andere Mütter angesprochen, wie toll die Klamotten aussähen und wo man die herkriegt.“

Von Hugo Boss zum eigenen Kindermode-Label

Laura Rodriguez Zambrano hat Modedesign an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin studiert und ein Praxissemster bei Hugo Boss in der Schweiz eingelegt. Für ihre Bachelorarbeit hat sie für Hugo Boss eine kleine Kollektion gemacht und so dort eine Festanstellung bekommen. „Ich habe die Produktion überprüft“, erzählt Laura. Und so hat sie neben dem Designen und Schneidern auch viel über die Verarbeitung und die Qualität gelernt. Weil ihr Mann dann in Franken einen Job angenommen hat, ist sie mit ihm hierher gezogen. „Wir fühlen uns schon als richtige Franken“, sagt die gebürtige Schwarzwälderin.

Aus dem Nähen von Kinderklamotten für die eigenen Zwillingsmädchen ist schon bald mehr geworden. Zuhause hat Laura dann gezeichnet und genäht, auf dem Esszimmertisch Puppen aufgebaut und an diesen ihre Stücke präsentiert. Dann wurde es aber immer mehr, vor allem durch die sozialen Medien wurden immer mehr Eltern auf Lauras goldige Kinderklamotten aufmerksam. Seit einem Jahr hat sie deshalb einen kleinen Laden in der Innenstadt von Bad Windsheim, liebevoll gestaltet, mit viel natürlichen Materialien, wie Holz. „Ich möchte, dass man, wenn man reinkommt, das Gefühl hat, man ist immer noch draußen.“ Natürlichkeit – das zeichnet auch Lauras Mode aus. Sie verwendet hauptsächlich Bio-Stoffe aus Skandinavien und Europa, macht kleine Schühchen aus chromfrei gegerbtem Leder.

Bundhosen sind das ganze Jahr angesagt

Und dann finden sich da noch Bundhosen, die mit dem Kind mitwachsen, nicht nur, weil sich das Bündchen dehnt, sondern auch weil man sie krempeln kann. Oder Tücher, Mützchen und Loops. „Das habe ich das ganze Jahr über. Und dann mache ich pro Jahr immer noch eine Frühjahr/Sommer- und eine Herbst/Winterkollektion.“ Dafür überlegt sich Laura immer ein Thema. Sie holt ein Buch hervor und blättert darin. „Da zeichne ich dann die Prints und Motive, die mir zu dem Thema einfallen.“ Dann überlegt sie sich die Formen der kleinen Teile. Aus den Ideen werden Skizzen, Schnittmuster, Prototypen und schließlich eine ganze Kollektion. Und die besteht meistens aus neun Teilen für Jungs und aus neun Teilen für Mädchen. Ihre neuesten Kreationen für den Herbst/Winter hat Laura seit wenigen Tagen im Sortiment. Und kaum sind die Kleidchen, Pullis, Hosen, Jacken und Co auf Instagram oder Facebook gepostet, gehen auch schon die ersten Bestellungen ein.

Schließlich ist Lauras Mode anders als die Baby- und Kinderklamotten, die man überall findet. „Ich will weg von dem Mainstream, hin zu etwas Besonderem.“

Besonders sind die Kinderklamotten tatsächlich. Egal ob mit tierischen Applikationen, Holzknöpfen oder liebevollen Mustern. Das typische Mädchen-Rosa und Jungen-Hellblau findet man bei Laura nicht. Ihr geht es vor allem um eines: Nachhaltigkeit. Die Etiketten an den kleinen Pullis, Jacken oder Hosen sind übrigens aus Holz – dafür arbeitet Laura mit einem Schreiner aus der Region zusammen. Wer zehn davon sammelt und ihr zurück bringt, bekommt eine kleine Überraschung. Und Laura kann die Etiketten wiederverwenden.

Die kleinen Zwillinge haben den Namen Babadá inspiriert

Überraschend beziehungsweise besonders wirkt auch der Name ihres Labels: Babadá. „Ich habe nach einem Namen gesucht, als meine Mädels gerade angefangen haben, zureden. Die eine hat immer ‚Bababa‘, die andere ‚Dadada‘. Das habe ich dann zusammengefügt und dem Ganzen noch einen lateinamerikanischen Schliff verpasst, um die lateinamerikanischen Wurzeln aus unserer Familie aufzugreifen.“

Die modischen Kreationen für die Kleinsten aus Lauras Händen sind allerdings nicht nur goldig, sondern auch Gold wert. Immerhin ist auch das britische Junior Magazine darauf aufmerksam geworden und hat Laura für ihr Label mit dem Junior Design Award ausgezeichnet. Unter die besten Fünf und damit unter die Finalisten hat es Babadá geschafft.